Kenjutsu ist der Oberbegriff für alle japanischen Schwertkampfschulen, auch Riu (Strömung) genannt. In der Feudalzeit wurden diese noch als Kendo (der Weg des Schwertes) bezeichnet, doch als in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts Kendo mit dem Bambusschwert (Shinai) als Wettkampfsportart etabliert wurde, unterscheidet man zwischen Do, dem eher geistig orientierten “Weg”, und Jutsu, den für das Schlachtfeld des Japanisschen Mittelalters geschaffenen Kampftechniken.
Dies bedeutet keineswegs, dass Kenjutsu keinen Wert auf geistige Entwicklung und Charakterbildung legt – ganz im Gegenteil – sondern dass die Schwerttechniken dort nicht wie Kendo ritualisiert und versportlicht wurden und unverfälscht ihre Wirkung für den realen Kampf behielten.
Um das 17. Jahrhundert herum begannen japanische Ritter, die Samurai, aufgrund der höheren Effizienz Samurai-Schwerttechniken mit denen der Ninja zu verbinden; der bekannteste unter ihnen war Yagyu Munenori, welcher darüber auch ein Buch verfasste.
Im Training wird das Holzschwert verwendet, Bokken oder auch Bokto, welches im japanischen Mittelalter eine gängige Duell- und Kriegswaffe war. Der wohl bekannteste Fechter Japans, Myamoto Musashi, focht über 60 Duelle siegreich aus und verfasste dann den Klassiker “Die fünf Ringe” über die Schwertkunst; er entschied sein erstes und auch sein letztes Duell mit dm Bokken.
Das Kenjutsu Training im Budokan wird traditinonell abgehallten; wir legen Wert auf die Einhaltung der Dojo-Etikette und die Tugenden des Bushido (Weg des Kriegers), welche in allen kriegerischen Kulturen jener Zeiten in ähnlicher Form zu finden waren.
Es fließt jedoch auch eine allgemeine Schulung der Kampfkunst mit ein, sodaß die Schüler nach einiger Zeit ohne Schwierigkeiten auch einem andern Stil folgen können.
Ein Standard-Training enthält folgende Elemente:
- Vorbereitung der Gelenke auf die Erwärmung
- Die eigentliche Erwärmung. welche ständig variiert und deren Bestnadteile auch Techniken des Waffenlosen Kampfes sind
- Die Dehnung der Muskulatur unter Berücksichtigung des persönlichen Rahmens jedes Einzelnen im Hinblick auf körperliche Einschränkungen und Trainingsfortschritt
- Fallschule und nach einigem Fortschritt die Fallschule mit dem Schwert
- Grundtechniken
- Partnerübungen
- Formen (festgelegte Bewegungssequenzen mit der Waffe)
Das (Etappen-) Ziel ist:
- Der freie Kampf mit dem Bokken gegen einen und gegen mehrere Gegner, ohne das Verletzungen auftreten
- Die Entwicklung eines starken Willens und guter Nerven
- Die erlernten Tugenden auch im Alltag umsetzen
- Verantwortung für sich und den Trainingspartner zu lernen
- Und nicht zuletzt: Viel Spaß beim gemeinsamen Training im Verein zu haben!




















